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Video enthüllt fünf fatale Fehler, die die allermeisten Reisenden machen.

 

 

Indien: Auf den Spuren der Beatles. Das Maharishi-Ashram in Rishikesh

 

Rishikesh, die Stadt im Norden Indiens ist vor allem eines: spirituell. Als Welthauptstadt des Yoga zieht die Stadt im Bundesstaat Uttarakhand jährlich tausende Touristen und Pilger an. Vor allem zum Yoga-Festival platzt die Stadt aus allen Nähten. 

 

Reisen in Rishikesh

 

Im umliegenden Garhwal-Gebirge befinden sich einige der heiligsten Orte Indiens, wie die Quelle des Ganges, der hier noch als glasklarer und rauschender Bergfluss durch die Landschaft fließt. Der Ganges ist heilig, das bedeutet aber noch lange nicht, dass er ausschließlich für die religiösen Rituale benutzt wird: Hier oben, wo die heilige Mutter Ganga noch ungezähmt ist, ist sie vor allem Spaßbad für junge Touristen, die beim Rafting einen Adrenalinkick suchen.

 

Rishikesh ist bunt. Hierher kommen einheimische Pilger, Yogis und Yoginis aus aller Welt, Backpacker, die abends am Ghat Lieder singen und Sinnsuchende, die sich in einem der vielen Ashrams niederlassen, um zu Meditieren und im kargen Klosterleben Antworten zu finden.

 

Rishikesh entdecken - Beatles Ashram

 

Das Maharishi-Mahesh-Yogi-Ashram hat es dabei zu Weltruhm gebracht. 1968 verbrachten hier die Beatles einige Wochen bei Guru Maharishi, um seinen Lehren zu folgen. Neben Meditation und Yoga schrieben sie nebenbei einige ihrer bekanntesten Songs für das „White Album“, wie „Mother Nature’s Son“ und „Sexy Sadie“. 

 

Lange hielten es die „Fab Four“ allerdings nicht bei ihrem Guru aus. Nach und nach verabschiedeten sich die Bandmitglieder aus Indien. Sei es wegen mangelndem Fleisch, denn Rishikesh ist eine komplett vegetarische Stadt, angeblich sexuellen Absichten des Gurus oder Drogeneskapaden der Band. Die Mutmaßungen gehen auseinander. Fakt ist, nach ihrer Abreise folgte der Bruch mit dem Guru und seinen Lehren, doch der Aufenthalt der Musiker ein zog ein riesiges Medienaufgebot nach sich und machte Rishikesh weltweit bekannt und zum Sehnsuchtsort für Hippies aus aller Welt. 

 

1997 wurde das Ashram aufgegeben. Seitdem verwildert es zusehends und wird nur noch von Affen und einigen Sadhus bewohnt.

 

verwildertes Ashram der Beatles

 

Als ich in Rishikesh ankam, fielen mir schon von Weitem diese seltsamen weißen „Eier“ auf, die aus den Wäldern ragten. Nach einiger Fragerei erfuhr ich, dass es sich um das verlassene „Beatles-Ashram“ handelte, von dessen Existenz ich bis dahin gar nichts wusste.

 

Wohnungen der Beatles in Indien- Reisen nach Rishikesh

 

Da ich großer Lost-Place-Fan bin, konnte ich mir einen Besuch gar nicht entgehen lassen. Mit ein paar anderen Leuten, die den Weg wage kannten, machte ich mich auf den Weg. Wir liefen von der High Bank über die wackelige Hängebrücke „Laxman Jhula“ und folgten den Ganges in Richtung Süden. Irgendwann bogen wir links ab und liefen auf verwilderten Wegen, bis wir schließlich die Mauer des Ashram erreichten. Außer einer  Horde Makaken war weit und breit keiner zu sehen. 

 

Das verlassene Ashram ist für die Öffentlichkeit gesperrt, der Zugang verboten. Es gibt keine Schilder, die auf die Geschichte des Ortes hinweisen, nur ein selbstgemaltes Verbotsschild. An Möglichkeiten ins Innere zu gelangen mangelt es allerdings nicht. Ich weise hier ganz deutlich darauf hin, dass das Betreten nicht nur verboten ist, sondern auch auf eigenen Gefahr erfolgt. Wir kletterten über eine kleine Mauer, wo schon hilfreiche Steinbrocken aufgetürmt waren, um den Zugang zu erleichtern. Mit einen Hops waren wir drinnen, geschafft. 

 

Doch zu früh gefreut, nach ein paar Schritten kam aus dem Nichts, oder besser gesagt aus dem Busch, ein junger Inder und erklärte uns, dass es verboten sei, hier herumzulaufen. Für ein paar Rupien allerdings, sei er gerne bereit, uns weitergehen zu lassen. Nach einigen hilflosen Diskussionsversuchen gaben wir ihm das „Bakschisch“ und er ließ uns weiterlaufen. 

 

Rishikesh - backpacking in Indien

 

Die Anlage ist viel größer als gedacht. Ein paar Wohnhäuser, ein großzügig angelegter Park und viele kleine, mit Kieselsteine geschmückten, Gebetsräume zeugen noch vom Charme der Anlage, vor allem aber immer mehr von der Rückeroberung der Natur. Die Pflanzen umschlingen alte Geländer, manche Wege sind mit Dornensträuchern zugewachsen. Das Herzstück des Ashrams ist die große Meditationshalle. Hier versammelten sich die Bewohner zum Meditieren und Yogamachen.

 

Kunstwerke im Ashram der ehemaligen Beatles - Rucksackreisen in Indien

 

Heute ist hier eine Art „Gedenkhalle“ mit Graffitis von den Beatles und anderen Idole, wie Osho, dem Dalai Lama oder Maharishi selbst. Wer auf verlassene Orte und den Charme vergangener Zeiten steht, der wird es hier lieben. Vor allem bei so prominenten Exbewohnern.

 

Durch Indien nach Rishikesh reiten und Sehenswürdigkeiten anschauen

 

Mein Highlight war allerdings das Besteigen des Daches, auf dem sich die von weitem sichtbaren „Eier“ befinden. Diese sind auch kleine Meditationshöhlen, in die sich die Bewohner in Ruhe zurückziehen konnten. Von hier aus hat man wohl den schönsten Blick in ganz Rishikesh, ein richtiger Gänsehautmoment.

 

Dieser #ReiseInsiderTipp kommt von:
Julia Schattauer
Autor: Julia Schattauer
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Kommentare   

 
Kilian
0 #1 Kilian 2015-10-11 12:16
Servus Julia,

wow dort war ich auch schon. nur über die Mauer haben wir uns nicht rüber getraut. - eigentlich ja komisch als Reiseinsidertipp-Sammler.

Auf jeden Fall cool zu sehen wie es darin tatsächlich aussieht. Das nächste Mal geh ich auch rein;)

Kilian
PS: herzlichen Dank für deinen Tipp
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